Biographie

Um einen “Zugang” zu meinen Bildern zu finden, scheint mir nötig, auch einiges Biographische über mich zu wissen.

Ich zeichne und male seit ich denken kann sehr gerne. Die Herkunft dieses frühen, eher graphisch bildnerischen Interesses kann ich mir am ehesten damit erklären, dass mir damals wiederholt mitgeteilt wurde, dass das, was ich zeichne, gefällt. Ich war der Jüngste von fünf Geschwistern, zudem Teil eines Zwillingspaares, es könnte doch möglich sein, dass es Sinn machte, wenn ich “ruhig” beschäftigt war…

Meiner Erinnerung nach habe ich später in der Schule auch gut gezeichnet.

Mit Ölfarben zu malen begann ich etwa sechzehnjährig, davor auch mit Wasserfarben, ich wollte Maler werden, was immer ich damals davon für eine Vorstellung gehabt habe…

Sicher nicht die, dass man da seine “arme Seele” verkaufen muss auf einem Markt, den es eigentlich nicht gibt, es also im herkömmlichen Sinn kein Beruf ist, von dem man seinen Lebensunterhalt fristen kann… (Wer kauft einem denn ein Bild ab? Auch ich selber hänge mir in der Wohnung heute am liebsten meine eigenen Bilder auf, weil sie authentische Zeugnisse meiner Vergangenheit sind… Bleibt, sich einem Kunstsammler zu Füssen zu werfen oder sich aufzuhängen?)

Ich wollte damals einfach gute Bilder malen, meine eigene Ästhetik finden…

Beeinflusst haben mich dabei vermutlich die “Achtundsechziger” (1968 wurde ich sechzehn Jahre alt), eher die Popmusiker und da vor allen die “Beatles”, die in ihrem “Autodidaktentum” die Musik für sich neu erfanden- zudem wurde erst in dieser Zeit die Bildersprache der Maler der klassischen Moderne so etwas wie Allgemeingut, auch des Mittelstandes und Teilen der Unterschicht unserer Gesellschaft… Ich war also “poppiger” Impressionist, oder Expressionist, oder…

Zu allem Überfluss (oder Gott sei Dank?) wurde ich damals nach Vorlage einer Mappe mit meinen Werken zur Aufnahmsprüfung an der Akademie für bildende Künste in Wien, wie vermutlich viele, nicht zugelassen, was jedoch meinen Narzissmus ziemlich verletzte… Ich habe danach wirklich viel, bzw. fast jede freie Sekunde, gezeichnet, in den Jahren zwischen 1970 und 1980 entstanden geschätzte 250 Ölgemälde, die meist nicht signiert und vor allem mit keinem Entstehungsdatum versehen waren, sodass ich heute auch nur schätzen kann, wann sie jeweils von mir gemalt wurden… Das alles geschah natürlich neben meiner Arbeit, die ich inzwischen nach Studienversuchen zwecks “Broterwerbes” angenommen hatte… Später habe ich dann einen mich interessierenden, körperlich und psychisch fordernden Beruf gefunden, zudem eine Frau, mehrere Kinder… Es gab dann Zeiten wo ich kaum oder nicht bildnerisch tätig war… Heute bin ich mein eigener Sammler, was natürlich ein Platzproblem ist, habe so etwas wie ein Atelier, male auch hie und wieder… Warum? Weiß ich nicht wirklich zu sagen. Ich glaube nicht, dass es nur deshalb ist, um mir selber treu zu bleiben. Eigentlich bin ich, gegen alle Vernunft, noch immer “besessen” davon, kann es immer noch nicht lassen… Natürlich gab es seinerzeit auch einige wenige, nicht sehr beachtete Ausstellungen (kein Wunder bei meiner mangelnden Motivation und meinem mangelnden Talent, mich selber zu verkaufen). Ein guter Kaufmann hätte auch diese Seite vermutlich weniger “bescheiden” formuliert. Hier zeige ich einige meiner Bilder, die nur Beispiele sind, keineswegs einen repräsentativen Querschnitt durch mein Schaffen darstellen, da es mir bei geplanten künftigen Ausstellungen behilflich sein könnte. Warum denn um Himmels Willen ausstellen? Malen passiert zwar in meinem Fall im “stillen Kämmerlein”, ist aber doch eine eher kommunikative Angelegenheit…

Lieber „Beschauer” meiner Bilder!

Ich will nicht so vermessen sein und „meine” Bilder als meine „Schöpfung” reklamieren. Es ist mir nur vergönnt gewesen, unter (unendlich?) vielen Möglichkeiten auszuwählen…

Wie ich meine, sind Bilder materialisierte Abstraktion optischer Realität…
Ich habe mich beim Malen „meiner” Bilder auf der Skala des Abstrahierens einige Stufen weiterbewegt, jedoch nur so weit, dass mir das Resultat weiterhin sinnvoll und vor allem interessant und aus diesem Grund betrachtenswert erschien…

Ich bin in meinem Lebensalter nun soweit fortgeschritten, dass ich glaube resümieren zu können, was ich in meinem Leben nicht geworden bin. Dazu gehört auch, dass ich kein Maler geworden bin, zumindest keiner, der sich durch sein Malen in irgendeinem Lebensbereich etablieren konnte, außer in dem meiner Fantasie.
Indem ich male, vollziehe ich somit etwas wie ein kindliches Rollenspiel, ohne eine Konsequenz in meinem sonstigen Leben dazu hinlänglich zu bedenken.

Ich bin nur davon überzeugt, dass das „Tafelbild” auch heute seine Berechtigung hat, kümmere mich aber um die Durchsetzung dieser Berechtigung nur insoweit, als ich male…

Meine Zeitgenossen und meine Nachwelt mögen mir die Produktion von überdurchschnittlich vielem „Mist” verzeihen!

Wenn ich bedenke, dass Menschen, in der Meinung Sinnvolles zu tun, Natur zubetonieren, werden meine Skrupel, die ich beim Malen empfinde, kleiner…
Beim Organisieren einer Ausstellung „meiner” Bilder mache ich mir selber ein Geschenk, weil das meine Eigenbedeutung, wohl unverdient aber doch, erhöht.
Ich heiße Schermann Gottfried, wurde 1952 in Wien geboren, lebe auch hier…
Noch etwas?

Ausstellungen: Wenige, die letzte ist lange her, sämtlich in Wien (eine in Retz).